Publikationsanalyse in den Fächern Geografie, Geowissenschaften, Medizin und Zahnmedizin

Für das CHE Hochschulranking 2021 wurden die Publikations- und Zitationszahlen von der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich erhoben. Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für die Indikatoren „Veröffentlichungen pro Wissenschaftler“ bzw. „Veröffentlichungen pro Professor“ und „Zitationen pro Publikation“. Grundlage der Untersuchung bilden alle Publikationen, die die jeweiligen Fachbereiche im dreijährigen Untersuchungszeitraum von 2017 bis 2019 veröffentlicht haben und die in den jeweiligen Datenbanken verzeichnet sind. Die Erhebung der Publikationen und die darauf entfallenden Zitationen für die Fächer Geographie, Geowissenschaften, Medizin und Zahnmedizin erfolgte über die als Web of Science (Web of Science) bekannten Zitationsindizes (Science Citation Index SCI-E, Social Sciences Citation Index SSCI, Arts & Humanities Citation Index A&HCI und Conference Proceedings Citation Index – Science CPCI-S) von Thomson Reuters (ehemals ISI).

Fachspezifische Besonderheiten

Medizin und Zahnmedizin: Die Publikationsanalyse wurde auf bestimmte Dokumenttypen eingeschränkt. In die Auswertung wurden nur Publikationen der Dokumenttypen "Article", "Review" und "Book Chapter", die im Web of Science gelistet sind, einbezogen. Auch die Zitationsanalyse basiert auf dieser Einschränkung der Dokumenttypen.

Geographie: Zur Ermittlung von Publikationen, die nicht im Web of Science gelistet sind, wurde zusätzlich die Datenbank Scopus herangezogen. Eine Zitationsanalyse wurde für die Geographie nicht durchgeführt.

Datenerhebung im Web of Science

Grundlage der Datenerhebung im Web of Science bildet ein Abzug der Datenbanken SCI-E, SSCI, A&HCI und CPCI-S, der alle Publikationen mit dem Veröffentlichungsjahren 2017 bis 2019 enthält. Der Datenbankabzug wurde im Sommer 2020 erstellt und umfasst alle Publikationen und die darauf entfallenden Zitationen, die bis dahin erfasst wurden.
Ziel der Datenerhebung ist es, alle vom Web of Science abgedeckten Veröffentlichungen des zu untersuchenden Fachbereichs zu ermitteln. Die Zuordnung der Publikationen zum Fachbereich erfolgt sowohl über die im Web of Science hinterlegten Institutsadressen als auch über die Autor*innennamen (siehe Abb. 1). Um eine größtmögliche Treffermenge zu erhalten, erfolgt die Datenerhebung daher zweigeteilt. Im ersten Schritt wurden alle Dokumente ermittelt, die über ihre Adressangaben eindeutig dem gesuchten Fachbereich zugeordnet werden können. In einem zweiten Schritt wurden über die von den Universitäten bereitgestellten Fachbereichs-Namenslisten die Publikationen ergänzt, deren Adressen keine eindeutige Zuordnung zu einem Fachbereich ermöglichten. Im dritten und letzten Schritt wurden die jeweiligen Treffermengen der Adress- und Autor*innennamensabfragen kombiniert, intellektuell auf Richtigkeit überprüft und um Dubletten bereinigt, sodass sich eine gesamte Publikationsliste des Fachbereichs für den dreijährigen Untersuchungszeitraum ergab. Jede Veröffentlichung zählte dabei einmal, auch wenn mehrere Autor*innen des untersuchten Fachbereichs diese gemeinsam publiziert haben.

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Ermittlung der Publikationen im Web of Science pro Fachbereich.

Erhebung der Publikationen eines Fachbereichs über Institutsadressen

Für die Erhebung der Veröffentlichungen im Web of Science über die Adressen der Institute der Autor*innen wurde zunächst eine Treffermenge für die gesamte Universität erstellt. Da die Adressangaben im Web of Science nicht normiert sind, sondern von den Angaben in den Zeitschriften übernommen und zusätzlich abgekürzt werden, gibt es für jede Einrichtung eine Vielzahl von Schreibweisen. Für das CHE Hochschulranking wurden für jede Universität alle vorkommenden Schreibweisen als Untermenge der jeweiligen Städte ermittelt (siehe Abb. 1). Dabei wurden verschiedene Standorte der jeweiligen Universität genauso berücksichtigt wie Schreibfehler in den Städtenamen. Für jeden der zu untersuchenden Fachbereiche wurden auf Basis der Treffermenge der Universität die fachbereichsspezifischen Adressen ermittelt. Vor dem Hintergrund einer intensiven Recherche der jeweiligen Hochschulstruktur wurden alle Schreibweisen ermittelt und den zu untersuchenden Fachbereichen zugeordnet. Über die Adressangaben kann eine Publikation so unabhängig von den Autoren dem jeweiligen Fachbereich zugeordnet werden. Das Beispiel in Abb. 2 zeigt einen Datensatz, der über die Adresse eindeutig dem Fachbereich Physik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zugeordnet werden konnte.

Datei:Abb02_Adressabfrage.png

Abbildung 2: Beispiel für eine über die Adressangabe eindeutig dem Fachbereich zuzuordnende Publikation.

Erhebung der Publikationen eines Fachbereichs über die Namen der Autor*innen

Da ein Teil der im Web of Science angegebenen Adressen nicht spezifisch genug sind, um sie einem der gesuchten Fachbereiche zuzuordnen, weil sie beispielsweise nur die Universität aber nicht die Fakultät oder das Institut angeben, wurde die Datenerhebung um die Suche nach den von den Universitäten gelieferten Autor*innennamen ergänzt. Die Autor*innensuche erfolgte innerhalb der zuvor ermittelten Treffermenge der Universität nach dem Schema Nachname, Vornamensinitial*. Da auch die Autor*innennamen nicht kontrolliert sind und verschiedene Schreibweisen vorliegen können, wurden die Suchanfragen dementsprechend angepasst. Umlaute wurden sowohl als Stammvokal als auch als Stammvokal + e abgefragt und Doppelnamen sowohl zusammen als auch getrennt gesucht. Namen mit Adelsprädikaten und anderen Namenszusätzen wurden sowohl mit als auch ohne Ergänzung gesucht. Die darüber generierten Treffermengen können durch die breite Suche größer als gewünscht sein und wurden daher anschließend intellektuell überprüft. Der Datensatz in Abb. 3 konnte über die Suche nach dem Autoren Prof. Dr. Hartmut Löwen innerhalb der Treffermenge der Universität Düsseldorf dem Fachbereich Physik zugeordnet werden, auch wenn diese Aussage nicht eindeutig über die Adresse möglich war.

Datei:Abb03_Namensabfrage.png

Abbildung 3: Beispiel für eine über den Autorennamen dem Fachbereich zugeordnete Publikation.

Die Abfrage über die Autor*innennamen erfolgte über die von den Universitäten gelieferten Namen der Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der jeweiligen Fachbereiche. Wenn die Universität keine Namenslisten zur Verfügung stellte, wurden die Namen der Professor*innen durch das CHE recherchiert.
Da es das Ziel des CHE Hochschulrankings ist, den wissenschaftlichen Output der jeweiligen Fachbereiche und nicht der Wissenschaftler*innen zu erheben, ist bei dieser Vorgehensweise nicht mehr vorgesehen, dass Publikationen von Wissenschaftler*innen, die während des Untersuchungszeitraumes die Einrichtung gewechselt haben, von der vorherigen auf die aktuelle Einrichtung übertragen werden können. Unabhängig von den Wissenschaftler*innen werden jedem Fachbereich so die Publikationen zugeordnet, die dort innerhalb des dreijährigen Untersuchungszeitraums entstanden sind.

Die über die Adressen der Fachbereiche und die Autor*innennamen ermittelten Datensätze wurden in einem dritten Schritt kombiniert und intellektuell geprüft. Jede Veröffentlichung innerhalb eines Fachbereiches wird unabhängig von der Anzahl der beteiligten Autor*innen einmal pro untersuchtem Fachbereich gezählt. Die Anzahl der Zitationen ergibt sich aus der Summe der Zitate, die diese Publikationen bis zur Datenerhebung im Sommer 2020 im Web of Science erzielt hatten. Der Indikator „Zitationen pro Publikation“ entspricht der durchschnittlichen Zitationsrate, d.h. die Zahl der Zitate wird an der Publikationszahl relativiert. Der Indikator „Veröffentlichungen pro Wissenschaftler“ (bzw. „Veröffentlichung pro Professor“) entspricht der Summe der Publikationen pro Fachbereich relativiert an der Anzahl der Wissenschaftler*innen (bzw. Professor*innen) auf Haushaltsstellen (über drei Jahre; Vollzeitäquivalente) des jeweiligen Fachbereichs, um einen Vergleich unterschiedlich großer Fachbereiche zu ermöglichen. Die Anzahl der Wissenschaftler*innen wurde mittels der Fachbereichsbefragung erhoben. Bei Fachbereichen, die sich nicht beteiligten, wurden Daten des Statistischen Bundesamts 2019 zum wissenschaftlichen Personal verwendet.