Duale Studiengänge im CHE Ranking

In Anlehnung an die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Entwicklung des Dualen Studiums (2013) erhebt das CHE dual-spezifische Daten zu Studiengängen, bei denen die beiden Lernorte „Hochschule“ und „Betrieb“ miteinander verzahnt sind. Betrachtet und in den Vergleich einbezogen werden auf Grundlage dessen nur ausbildungsintegrierende, praxisintegrierende und berufsintegrierende Studienformate, bei denen die Lernorte „inhaltlich (d.h. curricular abgestimmt) und/oder strukturell (z.B. organisatorisch)“ miteinander verzahnt sind (Wissenschaftsrat, 2013, S. 8f). Daten zu Dualen Studienprogrammen werden an Universitäten, Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Dualen Hochschulen und Berufs- und Studienakademien erhoben, darunter sowohl staatliche als auch private Einrichtungen mit staatlicher Anerkennung.

Duales Studierendenurteil

Befragt werden alle Studierenden eines Dualen Studiengangs ab dem dritten Fachsemester bis zum Ende der Regelstudienzeit plus zwei Semester. Der Studierendenfragebogen enthält dualspezifische Fragestellungen, die ausschließlich von Studierenden in Dualen Studiengängen beantwortet werden. U.a. urteilen die Dual Studierenden bei der Verzahnung von Theorie- und Praxisphasen über die Organisation und Abstimmung von Lernzielen und Inhalten, das Einbringen von Erfahrungen aus Praxisphasen in das Studium aber auch den Informationsstand des Betriebs über die vermittelten Studieninhalte.

Fakten zum Ausmaß der Verzahnung im Dualen Studium

Dem Studierendenurteil zur „Verzahnung von Theorie- und Praxisphasen“ wird ergänzend ein Faktenindikator gegenübergestellt, der neben der Perspektive der Studierenden auch vergleichende Fakten im Ranking präsentiert.

Entwickelt wurde dazu ein mehrdimensionaler Faktenindikator, der das „Ausmaß der Verzahnung“ anhand drei unterschiedlicher Dimensionen misst: (1) Verzahnung der Studieninhalte, (2) Verzahnung der Betreuung und (3) die Institutionelle Verzahnung.

Innerhalb der einzelnen Dimensionen des Indikators werden Punktwerte erzielt, die zu einem Gesamtpunktwert für den Indikator aufsummiert werden. Die Einteilung in Ranggruppen erfolgt dann anhand festgelegter Mindestpunktwerte. Dadurch, dass die Punkte in ganz unterschiedlichen Dimensionen wie der Gestaltung des Studienausbildungsplans, Betreuung im Betrieb aber auch der Verzahnung der beiden Institutionen Betrieb und Hochschule gesammelt werden, können mit dem Indikator unterschiedliche Strategien der Verzahnung herausgearbeitet werden. An manch einer Fachhochschule spielt vielleicht die Verzahnung der Studieninhalte eine größere Rolle als die institutionelle Verzahnung, die hingegen an Dualen Hochschulen und Berufsakademien mehr im Vordergrund steht. Somit lässt sich mit dem Indikator auch die Vielfalt des Dualen Studiums abbilden (eine ausführliche Abhandlung zur Methodik des Indikators findet sich unter http://www.che.de/downloads/Im_Blickpunkt_Faktenindikator_Duales_Studium_2019.pdf).

Darüber hinaus enthält das CHE Ranking Dualer Studiengänge weitere beschreibende Informationen zum Auswahlverfahren, zur Vergütung, zur Verteilung der Creditpoints auf Hochschule und Betrieb, zur Kontrolle des Studienoutcomes durch den Betrieb, Betreuung an den unterschiedlichen Lernorten, Einbindung des Betriebs in Hochschulaufgaben und die hochschulinterne Qualitätssicherung bis hin zu möglichen Ausbildungsberufen und Branchen.

Wissenschaftsrat (2013): Empfehlungen zur Entwicklung des dualen Studiums. Positionspapier. (Drs. 3479-13), Mainz, Oktober 2013.
https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3479-13.pdf