Datenbasis für die Publikationsanalyse im Fach Elektrotechnik und Informationstechnik sind die Datenbanken des Web of Science und Scopus. Berücksichtigt wurden alle Beiträge der untersuchten Fachbereiche aus den Jahren 2015 bis 2017 in diesen Datenbanken. Die Analyse wurde durchgeführt vom Bibliometrie-Team der Zentralbibliothek des FZ Jülich.

Die Abfragen wurden institutionell ausgeführt. Die Namen der Wissenschaftler wurden nicht als Abfragekriterium verwendet, sondern um die Zugehörigkeit eine Publikation zu einem Fachbereich/Institut zu klären.

Ausgewiesen werden neben der Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen in drei Jahren bezogen auf die Zahl der vollzeitäquivalenten Wissenschaftler (ohne Drittmittel) auch die Zahl der Zitationen je Publikation. Für die Ermittlung der Zitate wurde ein „shifting citation window“ verwendet, d.h. es werden alle Zitate gezählt, die zum Abfragezeitpunkt (Juni 2018) erfasst waren. Jüngere Publikationen haben mithin einen kürzeren Zeitraum für die Ansammlung von Zitaten.

Datenerhebung im Web of Science

Grundlage der Datenerhebung im Web of Science bildet ein Abzug der Datenbanken SCI-E, SSCI, A&HCI und CPCI-S, der alle Publikationen mit dem Veröffentlichungsjahren 2012 bis 2014 enthält. Der Datenbankabzug wurde im Juni 2015 erstellt und umfasst alle Publikationen und die darauf entfallenden Zitationen, die bis dahin erfasst wurden. Ziel der Datenerhebung ist es, alle vom Web of Science abgedeckten Veröffentlichungen des zu untersuchenden Fachbereichs zu ermitteln. Die Zuordnung der Publikationen zum Fachbereich erfolgt sowohl über die im Web of Science hinterlegten Institutsadressen als auch über die Autorennamen (siehe Abb. 1). Um eine größtmögliche Treffermenge zu erhalten, erfolgt die Datenerhebung daher zweigeteilt. Im ersten Schritt wurden alle Dokumente ermittelt, die über ihre Adressangaben eindeutig dem gesuchten Fachbereich zugeordnet werden können. In einem zweiten Schritt wurden über die von den Universitäten bereitgestellten Fachbereichs-Namenslisten die Publikationen ergänzt, deren Adressen keine eindeutige Zuordnung zu einem Fachbereich ermöglichten. Im dritten und letzten Schritt wurden die jeweiligen Treffermengen der Adress- und Autorennamensabfragen kombiniert, intellektuell auf Richtigkeit überprüft und um Dubletten bereinigt, sodass sich eine gesamte Publikationsliste des Fachbereichs für den dreijährigen Untersuchungszeitraum ergab. Jede Veröffentlichung zählte dabei einmal, auch wenn mehrere Autoren des untersuchten Fachbereichs diese gemeinsam publiziert haben.

Abb. 1: Schematische Darstellung der Ermittlung der Publikationen im Web of Science pro Fachbereich

Darstellung der Bibliometrischen Analyse für das CHE Ranking, basierend auf dem Web of Science

Erhebung der Publikationen eines Fachbereichs über Institutsadressen

Für die Erhebung der Veröffentlichungen im Web of Science über die Adressen der Institute der Autoren wurde zunächst eine Treffermenge für die gesamte Universität erstellt. Da die Adressangaben im Web of Science nicht normiert sind, sondern von den Angaben in den Zeitschriften übernommen und zusätzlich abgekürzt werden, gibt es für jede Einrichtung eine Vielzahl von Schreibweisen. Für das CHE Hochschulranking wurden für jede Universität alle vorkommenden Schreibweisen als Untermenge der jeweiligen Städte ermittelt (siehe Abb. 1). Dabei wurden verschiedene Standorte der jeweiligen Universität genauso berücksichtigt wie Schreibfehler in den Städtenamen. Für jeden der zu untersuchenden Fachbereiche wurden auf Basis der Treffermenge der Universität die fachbereichsspezifischen Adressen ermittelt. Vor dem Hintergrund einer intensiven Recherche der jeweiligen Hochschulstruktur wurden alle Schreibweisen ermittelt und den zu untersuchenden Fachbereichen zugeordnet. Über die Adressangaben kann eine Publikation so unabhängig von den Autoren dem jeweiligen Fachbereich zugeordnet werden. Das Beispiel in Abb. 2 zeigt einen Datensatz, der über die Adresse eindeutig dem Fachbereich Physik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zugeordnet werden konnte.

Abbildung 2: Beispiel für eine über die Adressangabe eindeutig dem Fachbereich zuzuordnende Publikation.

Beispiel für eine über die Adressangabe eindeutig dem Fachbereich zuzuordnende Publikation

Erhebung der Publikationen eines Fachbereichs über Autorennamen

Da ein Teil der im Web of Science angegebenen Adressen nicht spezifisch genug sind, um sie einem der gesuchten Fachbereiche zuzuordnen, weil sie beispielsweise nur die Universität aber nicht die Fakultät oder das Institut angeben, wurde die Datenerhebung um die Suche nach den von den Universitäten gelieferten Autorennamen ergänzt. Die Autorensuche erfolgte innerhalb der zuvor ermittelten Treffermenge der Universität nach dem Schema Nachname, Vornamensinitial*. Da auch die Autorennamen nicht kontrolliert sind und verschiedene Schreibweisen vorliegen können, wurden die Suchanfragen dementsprechend angepasst. Umlaute wurden sowohl als Stammvokal als auch als Stammvokal + e abgefragt und Doppelnamen sowohl zusammen als auch getrennt gesucht. Namen mit Adelsprädikaten und anderen Namenszusätzen wurden sowohl mit als auch ohne Ergänzung gesucht. Die darüber generierten Treffermengen können durch die breite Suche größer als gewünscht sein und wurden daher anschließend intellektuell überprüft. Der Datensatz in Abb. 3 konnte über die Suche nach dem Autoren Prof. Dr. Hartmut Löwen innerhalb der Treffermenge der Universität Düsseldorf dem Fachbereich Physik zugeordnet werden, auch wenn diese Aussage nicht eindeutig über die Adresse möglich war.

Die Abfrage über die Autorennamen erfolgte über die von den Universitäten gelieferten Namen der Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter der jeweiligen Fachbereiche. Wenn die Universität keine Namenslisten zur Verfügung stellte, wurden die Professorennamen durch das CHE recherchiert. Da es das Ziel des CHE Hochschulrankings ist, den wissenschaftlichen Output der jeweiligen Fachbereiche und nicht der Wissenschaftler zu erheben, ist bei dieser Vorgehensweise nicht mehr vorgesehen, dass Publikationen von Wissenschaftlern, die während des Untersuchungszeitraumes die Einrichtung gewechselt haben, von der vorherigen auf die aktuelle Einrichtung übertragen werden können. Unabhängig von den Wissenschaftlern werden jedem Fachbereich so die Publikationen zugeordnet, die dort innerhalb des dreijährigen Untersuchungszeitraums entstanden sind.

Abbildung 3: Beispiel für eine über den Autorennamen dem Fachbereich zugeordnete Publikation.

Beispiel für eine über den Autorennamen dem Fachbereich zugeordnete Publikation